Ein Sonntagsausflug in die Bundesliga

 

Zwei unserer Jüngsten guckten diesen Sonntag beim Bundesligaspiel in Emsdetten zu.


Im Turniersaal: Alex (links) und Lukas (rechts). Im Hintergrund ein Pulk Emsdettener Bundesligaspieler.

Zu sehen gab es die Wettkämpfe Handschuhsheim vs. Emsdetten und Baden-Baden vs. Wattenscheid, mit einigen richtig spannenden Partien, die sich die Zuschauer entweder direkt am Brett oder im Kommentatoren-Raum ansahen.


Die Käppis mit OSV-Schriftzug erkennt man schon von Weitem: Lukas und Alex im Kommentatoren-Raum. Der Kommentator (nicht im Bild) erklärt die Züge der Großmeister. Auf dem Großbildschirm ist die Internet-Übertragung der Partien zu sehen. Und auf dem Demobrett daneben wird die Partie des Emsdettener Jungstars Anish Giri mitgespielt. Diese Partie hatte es in sich: Es drehte sich alles um einen schlecht postieren Springer von Giris Gegner (auf dem Bild deutlich zu sehen: Der müde Klepper auf a3). In einigen gezeigten Varianten konnte sogar ein Bauernopfer gebracht werden, nur um diesen Springer weiterhin schlecht aussehen zu lassen! Sehr lerreich, die Partie. Anish Giri, nepalesischer Abstammung, in Russland, Japan und Holland aufgewachsen und mittlerweile sieben Sprachen sprechend, versteht selbstverständlich auch die Sprache des Positionsspiels - voller Punkt für ihn!

Zwischendurch gab es für die Hungrigen die Möglichkeit eines Abstechers in den Tischlein-Deck-Dich-Raum, wo es von Hähnchenkeule bis zu Muffins alles gab, was man zu erweitertem Frühstück und Mittagessen so auftischen kann.


Alex packt die Keule aus.
Hähnchenkeule hier, belegte Brötchen dort: Schach macht hungrig.

Den Höhepunkt des Spieltages bildete eine Schachpartie von Alex und Lukas gegen keinen geringeren als GM Arkadi Naiditsch!
Und das kam so:

Nach ihren gewonnenen Partien standen einige Baden-Badener (Naiditsch, Nisipeanu, Vallejo Pons) im Großmeister-Analyseraum und unterhielten sich. Alex mischte sich wie selbstverständlich dazu, kannte nur den russisch klingenden Namen, Arkadi Naiditsch, und fragte ihn - auf Englisch, hehe - nach einer Schachpartie. Der Großmeister erklärte sich gerne dazu bereit, was riesig nett war. Er begab sich an ein leerstehendes Brett, schanzte sich wie zufällig die weißen Steine zu, nur um sogleich die schwarzen Steine zu bekommen, weil Alex das Brett einfach drehte. Ganz schön pfiffig.

Eröffnet wurde Sizilianisch, und schon nach ein paar Zügen bekamen Alex und Lukas einen sehenswerten Doppeltrick mit Gabel und Damenschach aufgetischt:


Meine Herren, jetzt wird's taktisch! - Naiditsch mit Schwarz am Zug

Lukas und Alex hielten danach ohne weitere Materialeinbußen bis ins späte Mittelspiel stand, doch nach einem Dame-König-Grillspieß mussten die beiden die Partie aufgeben. Aber trotzdem war die Partie gegen einen so netten erwachsenen Großmeister bestimmt ein aufregendes Erlebnis!


"Ich bin dabei." Lukas im Turniersaal.