Mit dem Schachnachwuchs auf Tour
Mittwoch, 21. Juli, unternahmen unsere Jugendlichen, sofern sie gerade nicht in Spanien oder Österreich Ferien machten, einen Ausflug nach Dortmund zum Schachturnier der Großmeister. Die Fahrt hat mittlerweile eine jahrelange Tradition und will sowohl für neugierige Neulinge (Maximilian) als auch für schon erfahrene Schlachtenbummler (Lukas) zu einem Höhepunkt der Schachsaison werden.
Das Turnier ist ausgesprochen zuschauerfreundlich und bietet komfortmäßig das Beste vom Besten: Es findet im geräumigen Dortmunder Schauspielhaus statt: Die Schachfans sitzen im abgedunkelten Zuschauerraum, die Großmeister auf der hell erleuchteten Bühne. Hinter ihnen auf der Bühnenrückwand sind Diagramme der gerade laufenden Schachpartien projiziert, in denen die Figuren in Echtzeit die Züge der Großmeister nachmachen. Über Kopfhörer kann man den redseligen Kommentatoren lauschen, die für das einfache Schachvolk die Züge der Schachmeister verständlich machen wollen und außerdem noch mit allerhand Kurzweil aufwarten können.
Zwei Bilder der offiziellen Pressestelle des Dortmunder Schachturnieres: (www.sparkassen-chess-meeting.de) geben einen ersten Eindruck:
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Was schön und wie in Eintracht arrangiert aussieht, ist in Wirklichkeit ein wilder Mix aus Licht + Schatten, Hell + Dunkel, Gut + Böse, Kreativität und Ritterkampf mit Schwert + Schild. |
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| Einen hat es zerbröselt: Der Gegner von Arkadi Naiditsch (rechts im Bild) versemmelt nach vier Stunden mit einem einzigen Zug seine Partie und stürmt wutentbrannt von der Bühne. |
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Die Partien
im Einzelnen:
Leko gegen Ponomariov.
Ponomariov führt das Turnier an, Leko will natürlich die Partie gewinnen,
spielt auch schön auf Raumvorteil, und während unsereiner wohl ein
mulmiges Gefühl bekommen hätte, findet Ponomariov eine winzige Felderschwäche
im gegnerischen Lager, richtet sein ganzes Spiel darauf aus, greift sie unablässig
an und hält die Partie im dynamischen Gleichgewicht bis zum Remis nach
knapp 40 Zügen. Sehr lehrreich!
Le gegen Kramnik.
Le hat im häuslichen Labor einen cleveren Turmzug vorbereitet. Diesen wirft
er nach 17 Zügen aufs Brett, beraubt damit Kramnik seines Eröffnungswissens
und lässt ihn lange grübeln. Nach ein paar Zügen wird plötzlich
Kramniks Dame angegriffen und hat kein Fluchtfeld! Hier sind einmal die Kommentatoren
genauso überrascht worden wie die Zuschauer. Nur einer nicht: Nämlich
Kramnik selbst, nicht umsonst ist er dreimaliger Weltmeister gewesen. Er bekommt
Turm und Läufer für die Dame und kann das entstehende Endspiel locker
remis halten.
Mamedyarov
gegen Naiditsch.
Weiter oben wurde es schon gesagt: Mamedyarov steht von Zug zu Zug besser, beinahe
schon auf Gewinn. Naiditsch ist zudem in schlimmer Zeitnot, niemand würde
einen Pfifferling auf ihn wetten, aber dann kommt Mamedyarov aus dem Tritt und
verliert durch einen kolossalen Einsteller die Partie - selbst die Kommentatoren
sind ausnahmsweise einmal sprachlos und können nur verblüfft "Hääääh?"
sagen/machen. Mamedyarovs Reaktion ist sehenswert: Wie von der Tarantel gestochen
springt er auf, gibt/quetscht seinem Gegner als Zeichen der Aufgabe die Hand,
unterschreibt/zerschneidet mit dem Kuli das Partieformular und stürmt aus
dem Saal/aus der Stadt. Sage da noch einer, im Kaukasus gebe es keine aktiven
Vulkane mehr!
Alle Partien werden in einer der nächsten Ausgaben unserer Vereinszeitschrift Fianchetto ausgiebig gezeigt und erklärt!
Weitere Pixelimpressionen aus Dortmund:
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Bild 1: Ein Blick ins trübe Foyer des Schauspielhauses. Statt des obligatorischen Schachbuchstandes wie eigentlich bei jedem großen Schachturnier kann in Dortmund nur mit einer dünnen Zettel- und Zeitschriftenauslage aufgewartet werden. Immerhin ist unser Fianchetto auch dabei, sieh mal einer an! |
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2: Ein Schnappschuss Leko gegen Ponomariov, heimlich vor Rundenstart aus
dem Zuschauersaal aufgenommen. Neben dem Brett steht Mr. Wichtig, einer
der Turnierorganisatoren. |
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Bild 3: Bei jeder Dortmund-Fahrt vor dem Turnierstart ein Muss: Maximilian und Lukas essen wie die Weltmeister, bzw. wie Weltmeister Vishwanathan Anand, nämlich Indisch im Schachszene-Restaurant Taj Mahal. |
Und wer hat
das Turnier gewonnen?
Von den Zuschauern war das Turnier bestimmt für unsere Jugendlichen ein
Gewinn. Von den Schachmeistern hatte Ruslan Ponomariov, frisch von einem Schachtrainingslager
aus Spanien kommend, die meisten Punkte gewinnen können.