Stadtmeisterschaft 2003

Dies ist die offizielle Turnierseite der Osnabrücker Stadtmeisterschaft 2003. Das Turnier wurde über neun Runden von September bis Dezember 2003 ausgetragen. Am 12. Dezember 2003 fand die Siegerehrung statt. Spielort der Meisterschaft war wieder das Schachzentrum Barenturm, Hasemauer 19, in Osnabrück.

Hier können Sie sich die Ausschreibung und die Teilnehmerliste ansehen. Natürlich stehen der Endstand als Fortschrittstabelle (Preisträger farblich gekennzeichnet: Haupt-, B-, C-, Senioren-Preisträger) und die offizielle DWZ-Auswertung im Netz.

Wir haben Fotos von Runde vier, Fotos von Runde fünf und Fotos der letzten Runde ins Netz gestellt.

[Zum Abschlussbericht]
[Zu den Berichten der einzelnen Runden]
[Zum Bericht der Stadtschnellschachmeisterschaft]
[Zum Bericht der Stadtblitzmeisterschaft]


Christian Richter wieder Osnabrücker Meister

FM Christian Richter ist alter und neuer Osnabrücker Stadtmeister im Schach. Die Meisterschaft wurde von September bis Dezember 2003 über insgesamt 9 Runden gespielt. Der Schachverein Osnabrück von 1919 e. V. übernahm auch in diesem Jahr wieder die Austragung.
Der Sieg des 25jährigen Osnabrücker Studenten war allerdings nicht immer sicher. Richter, der beim SK Turm Emsdetten in der zweiten Schach-Bundesliga West spielt, war zunächst als klarer Favorit an den Start gegangen. Dies auch nicht zuletzt deshalb, weil er die letzten drei Osnabrücker Stadtmeisterschaften bereits für sich entscheiden konnte. Doch in der zweiten Runde verlor Richter im Spiel gegen den 15 Jahre alten Ilja Bäumler (SV Osnabrück) durch einen groben Fehler eine Figur und damit die Partie.
Der Jungstar des SV Osnabrück behielt in den folgenden Runden die Tabellenführung. Mit drei weiteren Siegen, bei denen bisweilen auch eine gute Portion Glück nicht fehlte, hatte Bäumler als einziger Spieler fünf Siege aus den ersten fünf Runden davongetragen. Den Vorsprung vor seinen schärfsten Verfolgern hatte er auf einen ganzen Punkt ausbauen können.
Nach einem Remis Bäumlers in der Partie gegen Efim Dan (SC Melle 03) in Runde sechs witterte Richter bereits seine Chance, durch weitere Punktverluste Bäumlers noch zur Tabellenspitze vordringen zu können. Denn Richter selbst hatte bis dahin seine Hausaufgaben gemacht und alle seine weiteren Spiele gewinnen können.
Es sollte bis zur vorletzten Runde dauern, bis Bäumler die Spitzenposition verlor. Kai Gersmann vom SC Cervisia 94 Nordhorn war schon in früheren Jahren durch sein aggressives Spiel als "Favoritenschreck" der Stadtmeisterschaft in Erscheinung getreten. Seinen Ruf konnte der Wahl-Osnabrücker einmal mehr unter Beweis stellen, als er gegen Bäumler gewann und so Richter Schützenhilfe gab. Dieser konnte nun die Tabelle alleine anführen.
Die letzte Runde versprach, besonders spannend zu werden, da vier Teilnehmer noch Aussichten auf die Meisterschaft hatten. Mit seinem Sieg über Gersmann ließ Richter aber nichts mehr anbrennen und erreichte mit acht Punkten aus neun Partien zum vierten Mal in Folge verdient den begehrten Titelgewinn.
Auf den Plätzen folgten Ilja Bäumler mit sieben Punkten sowie mit Boris Schröder, Lutz Weißkopf (beide SC IG Metall Osnabrück), Klaus-Dieter Mann (SV Osnabrück) und Kai Gersmann eine breite Verfolgergruppe, deren Spieler jeweils sechs Punkte für sich verbuchen konnten. Norbert Lange (SK Rulle), im vorangegangenen Jahr noch Vizemeister, erreichte Rang 7.
In der Gruppe B gewann Leonid Henin (TSV Osnabrück), während in der Gruppe C der vereinslose Dr. Martin Splett die Nase vorn hatte. Der Seniorenpreis des Turniers ging an Efim Dan, der davon profitierte, dass Klaus-Dieter Mann als bester Senior des Turniers in eine höhere Preiskategorie aufsteigen konnte.

[nach oben]


Berichte der einzelnen Runden

Runde 9 In einer einseitigen Begegnung ließ sich FM Christian Richter (SK Turm Emsdetten) auch von Kai Gersmann (SV Cervisia 94 Nordhorn) nicht die Chance nehmen, die Stadtmeisterschaft für sich zu entscheiden. Während die Versuche von Hans-Joachim Wöstmann (SV Osnabrück), mit einem Sieg noch in die Preisränge zu rutschen, nach zunächst sehr aussichtreichem Partieverlauf gegen seinen Mannschaftskollegen Ilja Bäumler scheiterten, und er in die Punkteteilung einwilligen musste, profitierte Klaus-Dieter Mann aus demselben Team stark von der schlechten Zeiteinteilung seines Kontrahenten Lutz Weißkopf (SC IG Metall Osnabrück), mit dem er dadurch nach Punkten ebenso noch gleichziehen konnte, wie dessen nur noch für seinen Kurzsieg über Efim Dan (SC Melle 03) angetretene Vereinskamerad Boris Schröder.
Im weiteren Feld sorgten Leonid Henin (TSV Osnabrück) und Jörg Hinken (OSV) mit ihren Siegen über die beiden Helleraner Hans-Jürgen Bade bzw. Ludger Wöllermann für weitere Überraschungen und sicherten sich somit die Preise der B-Gruppe. [C.R.]

Runde 8 Kai Gersmann (SV Cervisia 94 Nordhorn) mischt sich nach verhaltenem Turnierbeginn (nur 1,5 Punkte aus den ersten drei Runden) wieder einmal in den Titelkampf der Stadtmeisterschaft ein. Der schon bei früheren Ausgaben dieses Turniers als Favoritenschreck agierende Wahl-Osnabrücker beendete mit einer für seinen Stil gewohnt aggressiven Partie die Glückssträhne des Ilja Bäumler (SV Osnabrück) mit zwei kleinen gefälligen taktischen Tricks und verhalf somit dem Titelverteidiger FM Christian Richter vom Bundesligaverein SK Turm Emsdetten, der trotz der unmittelbar vor der Partie von seinem Gegner Boris Schröder (SC IG Metall Osnabrück) angeführten heftigen Proteste gegen die nach FIDE-Regeln zu Schweizer System - Turnieren reguläre Auslosung Nervenstärke zeigte - wie schon sein Vorgänger (Thomas Franke, OSV) hat er den nicht immer leichten Spagat zwischen Turnierleitung und Spieler zu vollbringen - und dem in einer von beiden Seiten gutklassig geführten Partie nach hartem Kampf die Entscheidung zu seinen Gunsten in komplizierter Stellung gelang, zur alleinigen Führung.
Weiteren Boden konnten Lutz Weißkopf (SC IG Metall Osnabrück), der dem als Mitfavorit gestarteten Norbert Lange vom SK Rulle schon die dritte Niederlage bei diesem Turnier zufügen konnte, Efim Dan (SC Melle 03), Hans-Joachim Wöstmann sowie Klaus-Dieter Mann (beide SV Osnabrück) mit ihren insgesamt deutlichen Siegen gutmachen, die sich damit vor der letzten Runde alle noch Hoffnungen auf einen Hauptpreis machen dürfen.
Spannung verspricht die Konstellation vor der letzten Runde: Insgesamt haben noch vier Spieler die Chance auf den Stadtmeister-Titel. Das gab es zuletzt im alten Jahrhundert ! [C.R.]

Runde 7 Klaus-Dieter Mann begann die Rückkehr auf das kältere Festland nach Kanaren-Reise anlässlich seines "eckigen Geburtstages" mit einer Niederlage gegen seinen Mannschaftskollegen vom SV Osnabrück, Ilja Bäumler, wobei sicher auch der Altersunterschied von 50 Jahren nicht unwesentlich war. Ebenfalls unbefriedigend wohl für das gesamte Feld die kampflos entschiedene Paarung FM Christian Richter - Boris Schröder auf Grund beidseitiger Terminschwierigkeiten und eines Unglücksfalls zu Ungunsten des letztgenannten.
Deutlich glücklicher waren sicher Lutz Weißkopf und Kai Gersmann nach ihren Siegen in den Duellen der Verfolger, wie auch Alfons Thöle (SV Hellern), welcher dem langjährigen Spitzenspieler des SV Osnabrück, Hans-Joachim Wöstmann, dem zu Turnierbeginn sicher eine bedeutendere Rolle zugetraut werden durfte, sich aber nach eigener Aussage durch grobe Schnitzer um den Lohn seiner Bemühungen bringt, ein Remis abringen konnte.
Weiter auf dem Vormarsch ist Leonid Henin (TSV Osnabrück), der den zumindest in dieser Runde deutlich favorisierten Hans-Jürgen Bade (SV Hellern) bezwingen konnte, ebenso wie der vereinslose Dr. Elmar Kos nach seinem Gewinn gegen Ingo Hollmann (TSV Osnabrück). Erwähnenswert sind auch der Schwarz-Sieg von Hermann Wraga (SC IG Metall Osnabrück) über Norbert Schütt (TuS Bramsche) sowie der volle Punktgewinn von Dennis Vitkowski (SC Dissen-Bad Rothenfelde) gegen Christian Jackl (SC Wittekinds Knappen). [C.R.]

Runde 6 Nun musste auch Ilja Bäumler den ersten halben Punkt abgeben. In der Partie gegen Efim Dan war seinem Gegner der Sieg zu greifen nahe, doch konnte Bäumler in beidseitiger Zeitnot das Ruder herumreißen und die Partie endete mit einem Remis. Am Nebenbrett wurde auch die Bedenkzeit von jeweils 2,5 Stunden bis auf wenige Minuten voll ausgenutzt. Nachdem Lutz Weißkopf einen kleinen Vorteil im Mittelspiel nicht ausnutzen konnte, konterte FM Christian Richter in einem Springerendspiel und brachte noch einen Sieg nach Hause, wobei ihm auch die etwas knappere Zeit seines Gegners half. An Brett 3 musste Hans-Joachim Wöstmann eine unglückliche Niederlage hinnehmen. Nachdem ihm Boris Schröder Remis angeboten und er dies abgelehnt hatte, machte er unmittelbar darauf einen Fehlzug, verlor eine Figur und die Partie. [N.K.]

Runde 5 Es trafen die bisher einzig verlustpunktfrei gebliebenen, Ilja Bäumler und Lutz Weißkopf aufeinander. In einer überlegen geführten Partie konnte Bäumler den nominell stärkeren Kontrahenten bezwingen. Weißkopf muss sich dadurch in die Verfolgergruppe einreihen, zu der mit ihren Siegen FM Richter (gegen Bade), Dan (gegen Dr. Splett) und Schröder (gegen Mann) gehören. Auf der Lauer mit 3,5 Punkten liegt noch Hans-Joachim Wöstmann, der in einer spannenden Partie gegen Norbert Lange einen vollen Punkt ergattern konnte. Die "3-Punkte-Fraktion" wird von Dr. Splett angeführt, der nach Siegen in den ersten 3 Runden schließlich 2 Niederlagen hinnehmen musste. In der unteren Tabellenhälfte wartet Heinz Bruweleit auf sein erstes Erfolgserlebnis. [N.K.]

Runde 4 Lutz Weißkopf (SC IG Metall Osnabrück) und Ilja Bäumler (SV Osnabrück) konnten in den Partien gegen Dr. Martin Splett und Norbert Lange (SK Rulle) den jeweils vierten Sieg in Folge erzielen. Weißkopf und Bäumler haben nunmehr einen Punkt Vorsprung vor dem Rest des Feldes und haben sich damit etwas von diesem abgesetzt. Allerdings schlafen auch die Verfolger nicht. Ganze sechs Spieler können drei Punkte aus den vier Runden vorweisen und warten nur darauf, zur Tabellenspitze vorstoßen zu können. Die kommende Runde verspricht, besonders spannend zu werden. Es kommt nicht nur zur Spitzenpaarung Bäumler gegen Weißkopf, auch an den folgenden drei Brettern wird hart gerungen: Dort treffen sämtliche Spieler der Verfolgergruppe direkt aufeinander. [D.W.]

Runde 3 Mit der Niederlage von Hans-Joachim Wöstmann, amtierender Vereinsmeister des SV Osnabrück, in der Partie gegen Dr. Martin Splett hat ein weiterer Spieler aus der gesetzten Turnierspitze Federn lassen müssen. An den anderen vorderen Brettern hatten sowohl Boris Schröder, der gegen Ilja Bäumler vom SV Osnabrück antrat, als auch Kai Gersmann (Cervisia Nordhorn) im Spiel gegen den beim SK Rulle spielenden Norbert Lange zwischenzeitlich gute Aussichten. Am Ende behielten aber Bäumler und Lange die Oberhand und gewannen ihre Partien. Auch Uwe Stoffers (SV Osnabrück) hatte gegen Alfons Thöle aus Hellern alle Trümpfe in der Hand, konnte die Partie aber dennoch nicht für sich entscheiden. Nach drei Runden stehen nur noch Lutz Weißkopf (SC IG Metall Osnabrück), Ilja Bäumler und Dr. Martin Splett ohne Punktverlust an der Spitze der Tabelle. [D.W.]

Runde 2 Die Spitzenpaarung Christian Richter - Ilja Bäumler nahm einen überraschenden Ausgang, denn durch einen "Fingerfehler" büßte FM Richter eine Figur ein und verlor damit auch die Partie. Damit ging eine Serie von 31 in der Stadtmeisterschaft nicht verlorenen Partien - letzte Niederlage 1999! - zu Ende. Für den Abo-Sieger der vergangenen Jahre ist es kein Trost, dass damit das Rennen um den Stadtmeistertitel offener denn je ist. Die zu dem Favoritenkreis gehörenden Norbert Lange und Hans-Jürgen Bade sowie Klaus-Dieter Mann und Hans-Joachim Wöstmann trennten sich Remis. Ohne Punktverlust sind neben Ilja Bäumler noch Boris Schröder, Lutz Weißkopf und Ludger Wöllermann. Die für frischen Wind im Turnier sorgenden Dr. Martin Splett und Dr. Elmar Kos trafen aufeinander und mussten sich insofern den Wind gegenseitig aus den Segeln nehmen, denn jetzt segelt Dr. Splett allein verlustpunktfrei weiter und muss sich in der nächsten Runde mit dem letztjährigen Vereinsmeister des OSV, Wöstmann, auseinandersetzen. [N.K.]

Runde 1 Traditionell treten in der ersten Runde die höher gesetzten gegen die niedriger gesetzten Spieler an. In der Regel konnten sich die "Großen" in dieser Runde auch durchsetzten. Aufhorchen ließen Hanno Meyer (SC IG Metall), der dem bei Cervisia Nordhorn spielenden Kai Gersmann ein Remis abrang, sowie Dr. Elmar Kos und Dr. Martin Splett, die Jörg Hinken und Elyk Kutsyn (beide SV Osnabrück) schlagen konnten und möglicherweise weiter für frischen Wind im Turnier sorgen. [D.W.]

Die 54. Osnabrücker Stadtmeisterschaft startete mit 34 Schachspielern. Die Teilnehmerzahl scheint sich also leicht zu stabilisieren. Außerdem hat das Leistungsniveau des Turniers an der Spitze im Vergleich zum Vorjahr deutlich angezogen: In diesem Jahr sind es sechs Spieler, die eine Wertungszahl von über 2000 Punkten aufweisen (2002: drei Teilnehmer), ganze zehn haben eine DWZ von 1950 oder mehr (2002: sieben Spieler). Bleibt zu hoffen, dass die Zahl der Teilnehmer im nächsten Jahr weiter ansteigt.

[nach oben]


Leonid Henin Sieger der Stadtschnellschachmeisterschaft 2003

In den Herbstferien, wenn die Osnabrücker Stadtmeisterschaft ruht, findet traditionell die Osnabrücker Stadtschnellschachmeisterschaft statt. In diesem Jahr fanden sich im Schachzentrum Barenturm, dem Spiellokal des gastgebenden SV Osnabrück, 14 Teilnehmer - ein leichter Zuwachs gegenüber den Vorjahren - ein: sechs Teilnehmer des Hausvereins SV Osnabrück, drei vom SV Hellern, zwei vom TSV Osnabrück, ein Spieler des SC Fürstenau sowie zwei Vereinslose, unter denen sich auch eine der beiden Damen befand.

Das Turnier wurde in 7 Runden Schweizer System a 2 x 15 Minuten gespielt. Nach knapp vierstündigem Kampf setzte sich Schachfreund Leonid Henin vom TSV Osnabrück als an Position 7 gesetzter Spieler mit 6,5 Punkten überraschend souverän vor den Favoriten Klaus-Dieter Mann auf Platz zwei mit 6 Punkten und Illia Maron auf Platz drei mit 4,5 Punkten (beide SV Osnabrück) durch. Einzig gegen den viertplatzierten Jörg Hinken vom SV Osnabrück, der das Turnier wie gewohnt routiniert leitete, musste der Sieger einen halben Punkt abgeben. [J.H.] Zur Abschlusstabelle

[nach oben]


Christian Richter auch Sieger der Stadtblitzmeisterschaft 2003

Traditionell zum Abschluss der Osnabrücker Stadtmeisterschaft findet im Anschluss an die Siegerehrung die Osnabrücker Stadtblitzmeisterschaft statt. In diesem Jahr fanden sich im Schachzentrum Barenturm, dem Spiellokal des gastgebenden SV Osnabrück von 1919 e.V., 23 Teilnehmer ein. Das Turnier wurde anschließend im Modus "jeder gegen jeden" ausgetragen.

Nach knapp viereinhalbstündigem Kampf hatten der Stadtmeister 2003 Christian Richter vom SK Turm Emsdetten, der nur gegen Efim Dan vom SC Melle 03 verlor, und Martin Botschek (SV Hellern), der im direkten Vergleich gegen Christian Richter unterlag, jeweils 21 Punkte aus 22 Partien. Es musste also die Entscheidung durch zwei weitere Partien herbeigeführt werden. Hier setzte sich Christian Richter dann klar und ungefährdet mit 2-0 durch und hat damit nach der Stadtmeisterschaft auch die Stadtblitzmeisterschaft gewonnen. [J.H.] Zur Abschlusstabelle

[nach oben]